Wohnprojekte-Besichtigung Gemeinsam Wohnen mit Jung und Alt e.G. in St. Augustin-Menden

Am 04. Dezember 2021 besuchten wir das Mehrgenerationen-Wohnprojekt ‚Gemeinsam Wohnen mit Jung und Alt e.G.‘, das in einem ruhigen, verkehrsmäßig gut angebundenen Bereich von St. Augustin-Menden liegt.

Drei engagierte Menschen von Vorstand und Aufsichtsrat schenkten uns viel Zeit, so dass wir ausreichend Gelegenheit hatten, uns auszutauschen und Fragen zu stellen.

Im fensterreich-hellen, recht großen Gemeinschaftsraum, dem eine kleine separate Küche und ein Toilettenbereich angeschlossen sind, erhielten wir zunächst bei Kaffee und Gebäck Informationen über Entstehungsgeschichte und diverse Hintergründe des Mehrgenerationen-Projektes. Anschließend hatten wir Gelegenheit, einzelne Bereiche des Gebäudes sowie Gartenanlage und Tiefgarage zu besichtigen.

‚Gemeinsam Wohnen mit Jung und Alt e.G.‘, zunächst als Verein und dann als Bewohnergenossenschaft gegründet, erhielt im Jahr 2012 die Baugenehmigung; die Fertigstellung des Baus erfolgte im Frühjahr 2014.

Das Projekt umfasst 28 Wohnungen, davon sind 4 gefördert.

Interessant für uns war, dass der Architekt auf eine gute Belichtung der Räume geachtet hatte, was wir atmosphärisch als angenehm erlebten. Zudem wurde das L-förmige Gebäude so geplant, dass es nur einen zentralen Eingang gibt, in dessen Bereich sowohl Gemeinschaftsraum als auch Aufzug mit Zugang zu Laubengängen und Tiefgarage liegen. Die damit verbundene Idee ist einleuchtend: Man begegnet sich häufiger. Und um Begegnung sollte es ja in einem Wohnprojekt gehen….

Aber auch die Individualität scheint im St. Augustiner Projekt nicht zu kurz zu kommen, was schon allein die großzügig angelegten Balkons und die kleinen Gärtchen vor den Parterrewohnungen zeigen, wo sich so Manches nach eigenen Bedürfnissen gestalten lässt. Natürlich gibt es auch einen Gemeinschaftsgarten mit Kräutern und Gemüsebeet.

Ein ökologischer Gewinn ist nach Aussage unserer Gesprächspartner die vor 2 Jahren auf dem Dach nachträglich installierte Photovoltaik-Anlage, die zufriedenstellende Einsparungen ermöglicht. Auch das Wassermanagement des Wohnprojektes bietet ökologische Vorteile: Ein Tiefbrunnen im Garten wird für die Gartenbewässerung genutzt; Regenwasser von Dach und Grundstück wird vollständig in den Garten geleitet und versickert dort. Günstiger Nebeneffekt: es fällt kein Niederschlagwasserentgelt an.

Anregend fanden wir zudem die Idee, die 30 qm große Gästewohnung für potentielle Nachmieter*innen zum ‚Probewohnen‘ für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. So kann man eher herausfinden, ob’s passt oder nicht.

Wie bei allen Wohnprojekten, so wird auch hier von allen Bewohner*innen erwartet, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einbringen und engagieren. Denn nur so kann ein ausgewogenes und vielfältiges Miteinander gelebt werden.

Unser Besuch im St. Augustiner Wohnprojekt hat uns inspiriert und ermutigt, den noch vor uns liegenden langen Weg weiterzugehen. Und wir stellen erneut fest, wie hilfreich es ist, wenn Wohnprojekte ihre Erfahrungen weitergeben, austauschen und somit voneinander lernen und profitieren können.

Einen herzlichen Dank an unsere Gesprächspartner!

Autor*in: GaThu

Fotos: ULa